Ständig schwitzige Hände? Ursachen, Wissenswertes & Tipps zur Behandlung in unserem Ratgeber

Schweißhände kennt wohl jeder: Besonders in Momenten mit psychischer Belastung – ob vor der Präsentation im Kundenmeeting, bei Prüfungen oder dem ersten Date – haben viele Menschen schwitzige Hände.

Stark schwitzende Hände

Photo by Maja Segota on Unsplash

Doch vielen schwitzen die Hände, ohne dass es einer besonderen Stresssituation bedarf. Schweißnasse Hände sind nicht nur unangenehm für die Betroffenen, sondern sorgen auch für peinliche Situationen mit Dritten und können das Selbstwertgefühl empfindlich beschädigen. Das übermäßige Schwitzen an den Händen kann zahlreiche Ursachen haben und lässt sich unterschiedlich behandeln. In unserem Artikel geben wir Ihnen dazu ausführliche Informationen an die Hand.

Die Ursachen für stark schwitzende Hände

Das starke Schwitzen an den Händen kann verschiedene Ursachen haben. Generell bringen alle Menschen anatomisch ähnliche Voraussetzungen für das Schwitzen der Hände mit. Die Handinnenflächen sind im Durchschnitt mit 350-400 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter ausgestattet. Im Vergleich zu anderen Körperregionen wie beispielsweise den Achseln bedeutet das eine sehr hohe Dichte an Schweißdrüsen. Der Unterschied in der Schweißmenge trennt die Neigung zu normalem Schwitzen vom starken Schwitzen an den Händen. Wie häufig und vor allem wie kräftig die reichlich vorhandenen Drüsen Schweiß produzieren, dies wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Für alle Betroffenen mit stark schwitzigen Händen heißt das: Bewusst oder willentlich kann man die Schweißproduktion nicht steuern.

Die zwei Arten des Schwitzens

Beim Schwitzen – ob an den Händen oder in anderen Körperregionen – werden grundsätzlich zwei Arten unterschieden: das sogenannte thermoregulatorische Schwitzen und das emotional bedingte Schwitzen. Die Steuerung für beide Vorgänge findet in unterschiedlichen neuronalen Regelkreisen des menschlichen Körpers statt. Das thermoregulatorische Schwitzen, also die Schweißproduktion zur Abkühlung des Körpers mittels Verdunstungskühle, wird vorrangig durch den Hypothalamus gesteuert. Diese Art des Schwitzens ist wichtig, um das Überhitzen des Körpers bei warmer Umgebungstemperatur oder bei starker metabolischer oder körperlicher Anstrengung zu verhindern.

Das emotional bedingte Schwitzen, das häufig die Ursache für schwitzende Hände ist, wird hauptsächlich im limbischen System und vom Neocortex reguliert. Beide Arten des Schwitzens, die thermoregulatorische ebenso wie die emotional bedingte Schweißbildung, sind lebenswichtige Steuerungsprozesse. Das übermäßige Schwitzen der Hände (oder an anderen Hautpartien)kann eine Normvariante ohne Krankheitswert sein oder auf eine Störung hindeuten, die krankhaft ist und behandelt werden sollte.

Wenn sich die übermäßige Schweißproduktion auf die Handflächen beschränkt, man als Betroffener also damit zu kämpfen hat, dass die Hände immer schwitzen, spricht man von einem lokalen Phänomen – im Gegensatz zum generalisierten übermäßigen Schwitzen, wenn zahlreiche Körperregionen betroffen sind.

So entsteht das starke Schwitzen an den Händen

Schwitzige Hände haben in der Regel keine morphologischen Veränderungen an den Schweißdrüsen zur Ursache, sondern entstehen vorrangig aufgrund komplexer Funktionsstörungen des für die Steuerung der Schweißproduktion verantwortlichen sympathischen und parasympathischen Nervensystems. Auch neuronale Verletzungen oder Entzündungen können Ursache für die extremen Schweißhände sein. Es ist sogar möglich, dass Hirnblutungen zum sogenannten kompensatorischen Schwitzen führen. Wenn durch neurologische Schäden in Körperregionen die Schweißproduktion eingeschränkt wird, versucht der Regelungsmechanismus dies auszugleichen und es kommt zu übermäßiger Schweißproduktion an anderen Hautpartien.

Das neuronale Netzwerk des autonomen Nervensystems führt dazu, dass zahlreiche Regelkreis und ihre Rückmeldesysteme sich austauschen. So führen Zeiten hormoneller Umstellungen, beispielsweise während der Schwangerschaft, in der Menopause oder in der Pubertät gehäuft zu stark schwitzenden Händen. Forscher haben gezeigt, dass es auch eine genetische Veranlagung zu stark schwitzenden Händen gibt. Auch als Nebenwirkung der Einnahme bestimmter Medikamente kann es zu verstärktem Schwitzen kommen.

Das starke Schwitzen an den Händen kann auch mit Krankheiten in Verbindung stehen – wie beispielsweise:

  • Infektionserkrankungen (zum Beispiel Borreliose oder Tuberkulose)
  • Autoimmun-Krankheiten
  • Lymphome
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Arthritis

Kann die starke Schweißbildung an den Händen auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden, gilt es diese Ursache zu behandeln. Für die meisten Krankheiten gibt es Therapieleitlinien der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich medizinischer Fachgesellschaften (AWMF), die ärztliche Behandlungsstandards empfehlen.

Genetische Veranlagung zu stark schwitzenden Händen

Über eine Analyse der Familienanamnesen lässt sich belegen, dass es eine genetische Prädisposition für starkes Schwitzen an den Händen gibt, 30 bis 65 Prozent aller von starkem Schwitzen betroffenen Patienten geben an, dass in ihrer direkten Verwandtschaft Starkschwitzer bekannt sind.

Schwitzige Hände aufgrund von Krankheiten

Ob extreme Schweißhände als Symptom einer Krankheit auftreten, kann nur durch einen Arzt abgeklärt werden. Betroffene, die parallel mit anderen Krankheitssymptome zusätzlich mit ständig feuchten Händen oder anfallsartig schwitzigen Händen zu kämpfen haben, sollten diese Ursache in Betracht ziehen.

Schwitzige Hände in der Schwangerschaft

Aufgrund der hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft kann es zu einem übermäßigen Schwitzen der Hände kommen. Schwitzige Hände bei Schwangeren sind meistens ein vorübergehendes Phänomen und bilden sich nach der Geburt zurück. Um sich während der Dauer der Schwangerschaft Erleichterung zu verschaffen, können Betroffene Hausmitteln ausprobieren oder Deos und Antitranspirante benutzen, wenn der sie betreuende Arzt keine Einwände hat.

Schwitzige Hände in der Pubertät

Für Pubertierende liegt die Antwort auf die Frage „Warum schwitzen meine Hände?“ oft an der hormonellen Entwicklung während der Pubertät. Während der Entwicklung zur Geschlechtsreife sind schwitzige Hände häufig. Mit dem Ende der Pubertät nehmen die Beschwerden meist ab. Ausführlichere Infos zum Thema schwitzige Hände in der Pubertät gibt es in einem gesonderten Beitrag.

Begleiterscheinungen: Die Folgen des starken Schwitzens an den Händen

Wer versucht hat, mit schwitzigen Händen am PC zu arbeiten oder mit extremen Schweißhänden das Händeschütteln bei einem Familientreffen oder Business-Meeting auf alle erdenklichen Arten zu vermeiden, kennt die Belastungen, die mit schwitzigen Händen einher gehen: Berührungen jeglicher Art werden zur Qual – vor allem, wenn es um zwischenmenschlichen Kontakt geht. Doch auch in der Freizeit kann extremes Schwitzen an den Händen mehr als nur lästig sein. Schwitzige Hände beim Tennis oder Badminton sorgen zum Beispiel dafür, dass der Gripp am Schlägergriff verloren geht, schwitzige Hände beim Tanzen sind für beide Tanzpartner unangenehm – und sogar beim Yoga kann Handschweiß zum Problem werden. Und dass man mit stark schwitzenden Händen von Freizeitbeschäftigungen wie Bouldern oder Klettern im wahrsten Sinne des Wortes lieber die Hände lassen sollte, ist auch nachvollziehbar.

Diese Beispiele zeigen: Extremes Schwitzen an den Händen kann spürbare Einschnitte in der sozialen Interaktion und der Lebensqualität bedeuten. Da die Händepermanent benutz werden, sind wirksame Strategien gefragt, um Schweißhänden etwas entgegen zu setzen.

Symptome des starken Schwitzens an den Händen

Ob man selbst unter übermäßig schwitzigen Händen leidet, lässt sich neben dem eigenen Körpergefühl auch objektivieren. So gilt die Schweißproduktion als leicht erhöht, wenn man von feuchten Händen betroffen ist. Von mäßig erhöhtem Schwitzen kann man sprechen, wenn sich auf der Hand Schweißperlen bilden. Stark erhöht ist das Schwitzen der Hände, wenn der Schweiß sogar abtropft und selbst den seitlichen Rand der Hände sowie die Seiten der Finger betrifft. Von übermäßigem Handschweiß betroffen ist, wer auch ohne Auslöser wie emotionalem Stress oder körperlicher Anstrengung plötzlich an den Händen zu schwitzen beginnt.

Was hilft gegen ständig feuchte Hände?

Wer mit häufigem Handschweiß zu kämpfen hat, möchte die Ursache kennen uns wissen, was dagegen hilft. Nach „Warum schwitzen die Hände?“ lautet die wichtigste Frage im Alltag dieser Menschen: Wie kann man schwitzige Hände vermeiden oder das übermäßige Schwitzen der Hände wirkungsvoll behandeln? Wir haben dazu einen eigenen Artikel erstellt.

Für den Kampf gegen das starke Schwitzen der Handflächen gibt es neben einigen Hausmitteln auch sogenannte Antitranspirante, die sich in vielen Fällen als wirksam erweisen können. Die schweißhemmenden Effekte der Antiperspirante basieren darauf, dass ihre Wirkstoffe die Schweißdrüsen abdichten. Man spricht in diesem Fall von einer adstringierenden Wirkung. Die Wirkungsweise der Antitranspirante beschreiben wir ausführlich in einem gesonderten Artikel. Wirkungsweise der Antitranspirante

Wenn weder der Einsatz von Hausmitteln noch die fachgerechte Anwendung von Antitranspiranten die gewünschten Effekte gegen feuchte Finger und ständig schwitzige Hände erreichen, ist ärztlicher Rat gefragt. Diesem stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Antitranspirante im Einsatz gegen schwitzige Hände

Antitranspirante gehören zu den wichtigsten Mitteln, um übermäßiges Schwitzen zu bekämpfen. Da ihre Wirkung, das Abdichten der Schweißdrüsen mittels natürlicher Reaktionen auf die Wirkstoffe (Metallsalze), an allen Körperregionen vergleichbar ablaufen, sind sie auch im Kampf gegen den Handschweiß eine gute Option. Da es sich bei den Handflächen um eine größere Hautfläche handelt, sollte man bei der Auswahl des passenden Antitranspirant-Produkts auf eine entsprechende Applikationsform achten. So eignen sich die für die Bekämpfung von Achselschweiß gezielt entwickelten Roll-ons oder Deo-Sticks für die Behandlung schwitziger Hände eher weniger. Für die Handflächen besonders geeignete Antitranspirante sind Cremes, Lotions oder Schäume.

Creme, Schaum oder Gel gegen schwitzige Hände

Antitranspirant-Cremes, Schaumprodukte oder gelartige Produkte haben den Vorteil, dass sie für das sparsame Verteilen auf großen Hautflächen konzipiert sind. Speziell unser Sweat-Off sensitive Antitranspirant Schaum kommt den Bedürfnissen der Antitranspirant-Nutzung an diesen Stellen des Körpers optimal entgegen. Die parfüm- und farbstofffreie Rezeptur kommt ohne Konservierungsmittel aus und ist daher besonders verträglich. In der Konsistenz ist die feinporige Schaum darauf ausgelegt, einfach auf der Handfläche verteilt zu werden und schnell in die obere Hautschicht einzuziehen.

Alternativ dazu bietet sich auch unser Sweat-Off sensitive Antitranspirant Schaum für das Bekämpfen schwitziger Hände an. Der Schaum bringt über die adstringierende auch eine angenehme kühlende Wirkung mit und erlaubt das optimale Verteilen auf den Handflächen durch seine feinporige Zusammensetzung.

Hausmittel gegen schwitzende Hände

Bei den Hausmitteln gegen starkes Schwitzen an den Händen handelt es sich in erster Linie um Tipps, etwas gegen die Symptome der schwitzigen Hände zu unternehmen. Die Ursachen lassen sich mit Hausmitteln kaum in den Griff bekommen. Und da die meisten Hausmittel keine oder nur eine milde adstringierende Wirkung haben, tragen sie auch eher wenig zum Eindämmen der Schweißproduktion an den Händen bei. Sie können dennoch bei einigen Betroffenen mit ständig feuchten Händen oder extrem schwitzigen Händen für Erleichterung sorgen. So gehört das Einreiben mit Babypuder, Natron, Talkumpulver oder Franzbrandwein zu den gebräuchlichen Hausmitteln gegen schwitzige Hände. Häufiges Händewaschen kann ebenfalls helfen. Auch das Vermeiden schweißtreibender Lebensmittel wie scharfes Essen kann hilfreich sein. Ebenfalls empfohlen wird der Verzicht auf fettige Handcremes, um das Schwitzen an den Händen zu bekämpfen.

Umfassendere Infos zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel.

Ärztliche Therapien gegen übermäßiges Schwitzen der Hände

Sollten weder Hausmittel noch der gezielte Einsatz von Antitranspiranten mit adstringierenden Wirkstoffen ausreichend helfen, den Handschweiß zu bekämpfen, kann auch der Gang zum Arzt nötig sein. Hautärzte sind dabei in den meisten Fällen die erste Anlaufstelle für Betroffene mit übermäßig schwitzigen Händen, sie werden an einen Dermatologen überwiesen, wenn invasive Methoden angezeigt erscheinen. Ob es sich beim Schwitzen der Hände um eine Krankheit handelt – also eine übermäßige Schweißproduktion vorliegt, die unabhängig von Auslösern wie körperlicher Belastung oder emotionaler Anspannung entsteht, kann der Arzt mit verschiedenen Untersuchungen feststellen. Werden die schwitzigen Hände als Krankheit diagnostiziert und haben sich Antitranspirante als nicht ausreichend in der Behandlung der Schweißhände herausgestellt, bestehen verschiedene Möglichkeiten für eine ärztlich überwachte Therapie.

Zu den Behandlungsarten starken Schwitzens an den Händen durch Fachärzte zählen folgende Methoden:

  • Medikamentöse Therapie
  • Leitungswasser-Iontophorese
  • Behandlung mit Botulinumtoxin
  • operative Nervenblockade

Medikamentöse Behandlung übermäßigen Schwitzens

Die medikamentöse Behandlung übermäßigen Schwitzens basiert auf der Gabe sogenannter Anticholinergika. Diese Mittel schränken die Reizübertragung der Nervenimpulse an die Schweißdrüsen ein. Weil der blockierte Botenstoff auch an anderen Organen die Reizübertagung vermittelt, haben dies Arzneimittel zahlreiche Nebenwirkungen – von Trockenheit im Mund über Gedächtnisstörungen bis hin zu Verdauungsbeschwerden. Von Experten wird die medikamentöse Behandlung bei Schweißhänden aufgrund der starken Nebenwirkungen deshalb zurückhaltend verordnet.

Iontophorese gegen Schweißhände

Die Iontophorese gilt als besonders effektive und gleichzeitig nebenwirkungsarme Behandlungsmethode gegen schwitzige Hände. Bei der Behandlung werden die Hände in ein Wasserbad eingetaucht oder mit angefeuchteten Elektroden bestückt. Dann kommt gepulster oder kontinuierlicher Gleichstrom zum Einsatz, der eine einschränkende Wirkung auf die Schweißproduktion in den Schweißdrüsen erreichen soll. Nach anfänglich rund dreimaliger Anwendung pro Woche kann später eine ca. einmal wöchentliche Auffrischung ausreichen, um die eindämmende Wirkung auf die Schweißproduktion an den Handflächen aufrecht zu erhalten. Die Leitungswasser-Iontophorese ist zeitaufwendig und eine Dauertherapie, die in die Alltagsroutine integriert werden muss.

Behandlung mit Botulinumtoxin

Beim Einsatz von Botulinumtoxin gegen schwitzige, ständig feuchte Hände macht man sich den nervenblockierenden Effekt dieses Wirkstoffs zunutze. Durch Injektionen unter die Haut gespritzt, sorgt Botulinumtoxin dafür, dass die Nervenimpulse, die die Schweißdrüsen zur Schweißproduktion anregen, blockiert werden. Gegen Handschweiß kommt die Methode häufig zum Einsatz, muss jedoch regelmäßig wiederholt werden, um dauerhaft das extreme Schwitzen der Hände einzudämmen. Zum Einsatz von Botulinumtoxin informieren wir ausführlich in einem gesonderten Artikel.

Operative Nervenblockade

Als operative Reservemethode, um Handschweiß zu bekämpfen, kann man unter anderem auf die Sympathektomie setzen. Dabei werden bestimmte Nervenfasern, die sogenannten sympathischen Ganglien blockiert. Diese Methode ist auch unter der Bezeichnung endoskopische Sympathikusblockade bekannt. Zum Thema OP gegen Schweißhände gibt aus ausführlichere Informationen in einem eigenen Beitrag auf unserer Seite.


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