Salbei gegen Schwitzen: Eine Waffe gegen das Schwitzen?

Zu den natürlichen Mitteln gegen das Schwitzen wird immer wieder Salbei gezählt. Die Kräuterpflanze soll die Schweißproduktion regulieren können. Doch stimmt das wirklich?

Salbei gegen Schwitzen

Photo by Anton Darius on Unsplash

Wie helfen Salbei Tabletten gegen Schwitzen? Helfen Salbei Salben gegen Schweißausbrüche? Und welche Darreichungsformen von Salbei Medikamenten gibt es noch? Hier finden Sie wichtige Tipps rund um das Thema Salbei gegen Schwitzen.

Salbei als Mittel gegen Schwitzen: Kann es wirken?

Salbei ist eine Heilpflanze, die gegen unterschiedliche Beschwerden helfen soll. Oft wird sie als Wunderwaffe gegen das Schwitzen bezeichnet, denn Salbei enthält wertvolle ätherische Öle. Sie können angeblich Einfluss auf die Nervenenden an den Schweißdrüsen nehmen und so die Schweißproduktion bremsen. Ob und wie stark die Schweißproduktion aber tatsächlich verringert wird, ist nicht wirklich bekannt, bzw. es gibt keine Studien die eine Schweißhemmung durch Salbei bestätigen. Die ätherischen Öle wirken eher antibakteriell und pilztötend und zeigen antivirale und antioxidative Effekte.

Welche Darreichungsformen von Salbei gibt es?

Produkte mit Salbei gibt es in zahlreichen Darreichungsformen. Sie reichen vom Salbei Deo gegen Schwitzen bis zu Salbei Dragees gegen Schwitzen. Hier ein Überblick über die Anwendungsmöglichkeiten von Salbei:

  • Deo
  • Creme
  • Tabletten, Kapseln und Dragees
  • Tee (im Beutel)
  • getrocknete Blätter

Wie wende ich die unterschiedlichen Salbeiprodukte an?

Salbei Mittel gibt es zur äußeren und inneren Anwendung. Salbeiextrakt gegen Schwitzen in Cremes und Deos wird äußerlich angewendet. Sie tragen diese Mittel direkt auf die betroffenen Stellen auf. Beim Deo ist dies in der Regel der Achselbereich. Cremes lassen sich aber auch auf andere Körperstellen auftragen, wobei Schleimhäute zwingend auszusparen sind. Denn dies kann zu Ausschlägen und Rötungen führen. Cremes und Deos eignen sich für eine einmalige tägliche Anwendung.

Zur inneren Anwendung gibt es auch noch Salbei Kapseln. In erster Linie ist es wichtig, dass bei Salbei Kapseln gegen Schwitzen die Dosierung stimmt. Nehmen Sie ein bis drei Kapseln täglich mit reichlich Flüssigkeit ein. Kinder, Schwangere und Stillende sollten allerdings komplett darauf verzichten!

Die getrockneten Blätter sind ebenfalls für die äußerliche Anwendung gedacht. Sie fertigen beispielsweise aus fünf zerkleinerten Blättern und einem Liter heißem Wasser einen Sud an. In diesem Sud können Sie Ihre Füße oder Ihre Hände baden. Alternativ dazu können Sie mit dem Salbeisud auch den Achselbereich befeuchten.

Die getrockneten Salbeiblätter sind ferner für die innere Anwendung als Salbeitee geeignet. Dafür geben Sie in eine große Tasse mit heißem Wasser zwei Salbeiblätter. Bevor Sie den Tee trinken, sollte er gut durchziehen. Zudem sind fertige Teebeutel mit Salbei erhältlich. Und wie ist beim Salbeitee gegen Schwitzen die Dosierung? Sie können etwa drei Tassen Tee trinken. Tun Sie dies am besten über den Tag verteilt, wobei die letzte Teetasse vor der Bettruhe getrunken wird.

Darüber hinaus können Sie Tabletten gegen Schwitzen mit Salbei zur inneren Anwendung kaufen. Sie sind zumeist in der Apotheke oder in einschlägigen Onlineshops erhältlich.

Worauf muss ich bei der Anwendung von Salbei achten?

Haben Salbei Tabletten gegen Schwitzen Nebenwirkungen? Ist der Tee für alle Personen verträglich? Es ist wichtig, sich zu verdeutlichen, dass auch Kräuter Nebenwirkungen haben können. Verwenden Sie Salbei zur inneren Anwendung, können sich einige unerwünschte Effekte einstellen. Sie begründen sich vor allem in den enthaltenen Bitter- und Gerbstoffen wie Thujon. Thujon ist ein Nervengift. Es kann bei einer Überdosierung folgende Effekte bewirken:

  • Sie entwickeln starke Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel.
  • Magen-Darm-Krämpfe treten auf, die bis zu einem Erbrechen führen können.
  • Sogar die Blase kann beeinflusst werden, sodass es zum Harnverhalt kommt.
  • Bei Schwangeren kann das Thujon die Gebärmutter sowie den Hormonhaushalt stimulieren. Die Folge sind Wehen, die sogar eine Frühgeburt provozieren können.
  • Thujon kann zudem die Milchbildung bei Müttern hemmen.

Welche Körperteile lassen sich am besten mit Salbei behandeln?

Wird Salbei äußerlich angewendet, eignet sich das Kraut für Hände und Füße sowie die Achseln und das Gesicht. Dort sitzen besonders viele Schweißdrüsen. Darüber hinaus ist ein Salbeisud schnell angefertigt, in den sich bequem Füße und Hände legen lassen. Mit einem Tuch können Sie den Sud jedoch auch gut auf die Achseln sowie das Gesicht auftragen.

Sollte ich mich alleine auf Salbei gegen Schwitzen verlassen?

Bei dieser Frage ist es zunächst wichtig, zu wissen, dass in den meisten Fällen Salbei allein nicht ausreicht, um eine starke Schweißproduktion zu unterbinden. Deswegen sollten die Salbei Produkte am besten immer in Kombination mit einem anderen Mittel bspw. aus der Körperpflege oder der Medizin genutzt werden. Dies können Deos, Antitranspirante oder bei starker Ausprägung auch Medikamente gegen Schwitzen sein.

Starker Schweiß: Wann muss ich zum Arzt?

Salbei gegen Schwitzen kann sich als wirkungsvolles Zusatzprodukt erweisen, es ist aber definitiv kein Allheilmittel, stoppt in der Regel nicht die Schweißproduktion und wirkt eher antibakteriell. Wenn hinter der verstärkten Schweißproduktion eine ernsthafte Erkrankung steckt, sollte diese ärztlich behandelt werden. Sobald der vermehrte Schweiß über mehrere Wochen hinweg anhält oder Sie weitere Krankheitssymptome entwickeln, ist eine Ursachenabklärung beim Arzt empfehlenswert. Auf gar keinen Fall sollte Sie sich allein auf Salbei Produkte verlassen.

Schließlich kann die vermehrte Schweißproduktion verschiedene Ursachen haben. Vielleicht ist der Grund harmlos. Vielleicht begründet er sich in natürlichen körperlichen Veränderungen wie Hitzewallungen in den Wechseljahren. Teilweise stecken dahinter jedoch auch eine behandlungsbedürftige Krankheiten wie bspw. eine Nervenschädigung. Ein Mediziner kann dann helfen. Er kann eine Therapie gegen die Krankheit einleiten und parallel dazu Behandlungsmöglichkeiten gegen das Symptom Schwitzen empfehlen.

Alternativen zu Salbei: Welche anderen Hausmittel gibt es?

Neben Salbei gibt es eine Reihe an Hausmitteln, denen ebenfalls eine Wirkung gegen ein starkes Schwitzen bzw. gegen den Schweißgeruch nachgesagt wird. Zu ihnen gehören:

  • Natron: Soll geruchshemmend und antibakteriell wirken.
  • Teebaumöl: Soll geruchshemmend und antibakteriell wirken.
  • Apfelessig: Soll antibakteriell wirken und hautpflegend sein.

Diese drei Hausmittel sind für eine äußerliche Anwendung gedacht. Sie tragen sie direkt auf die betreffenden Hautstellen auf. Wichtig dabei ist, die Haut stets auf etwaige Irritationen zu kontrollieren. Alle drei sollten aber - ähnlich wie Salbei - nicht als einziges Mittel gegen starken Schweiß eingesetzt werden, da ihre Wirkung im Durchschnitt gering ist.

Bitte beachten Sie, dass die übermäßige Schweißproduktion sehr wahrscheinlich mit den meisten Hausmitteln nicht gestoppt werden kann. Die meisten Hausmittel sollen antibakteriell wirken, aber nur bei wenigen ist die Wirkung experimentell belegt.

Wirksame Alternativen zu Salbei gegen Schwitzen aus der Körperpflege und der Medizin

Die Körperpflegemittel und die Medizin bieten einige effektive Mittel gegen Schwitzen. In der Apotheke sind beispielsweise neben Salbei Tabletten gegen das Schwitzen auch Medikamente gegen die verstärkte Schweißproduktion zu haben. Diese haben jedoch teilweise starke Nebenwirkungen und sind zudem verschreibungspflichtig, weswegen Sie vorab zum Arzt gehen müssen.

Ganz ohne Rezept erhalten Sie leistungsstarke Deos und Antitranspirante. Am besten sind Antitranspirante ohne Farb- und Geruchsstoffe. Hierzu gehören beispielsweise die Antitranspirante von Sweat-Off. Sie sind hautschonend und können dennoch eine nachhaltige Wirkung entfalten, die sich direkt auf die Schweißproduktion auswirkt. Mithilfe der Antitranspirante können Sie demnach die Schweißbildung nachhaltig reduzieren. Dafür tragen Sie solch ein Produkt am besten am Abend vor der Bettruhe auf. Am nächsten Morgen duschen Sie wie gewohnt. Innerhalb kurzer Zeit kann eine schweißregulierende Wirkung einsetzen. Dann pausieren Sie das Antitranspirant, bis sich erneut ein starkes Schwitzen zeigt.


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