Familie in der SaunaNächtliches Schwitzen ist sicherlich jedem bekannt. Selbst wenn wir es gar nicht merken, sondert der menschliche Körper pro Nacht in der Regel bis zu einem halben Liter Schweiß ab. Es besteht also kein Grund zur Beunruhigung. Abweichungen von der Regel gibt es allerdings immer und die können ganz schön unangenehm werden, denn darunter leidet der eigentlich so dringend benötigte Schlaf. Die Folgen sind dann oft Müdigkeit und Unausgeglichenheit. Aber auch das kann hin und wieder vorkommen und ist kein Anlass zur Beunruhigung, denn oft lassen sich die Ursachen dafür schnell ausfindig machen. Wird übermäßige Schweißprodukt bei Nacht zur Regel, dann empfiehlt es sich allerdings einen Arzt zu konsultieren. Aber was ist noch normal und wann spricht man von nächtlicher Hyperhidrose, und welche Ursachen können vorliegen?

Gewöhnlich sind es einfache Ursachen

Die Heizung läuft, die Bettdecke ist zu dick oder die heißen Sommertemperaturen wollen auch in der Nacht nicht auf ein angenehmes Maß sinken – diese Ursachen sind naheliegend und lassen sich meistens einfach beheben. Die Heizung sollte über Nacht nicht auf maximaler Stärke laufen und Ihr Schlafzimmer sollte immer gut gelüftet sein. Lassen Sie daher ruhig auch das Fenster in der Nacht gekippt, sofern es möglich ist. Im Sommer heißt es, tagsüber die Rollläden geschlossen zu halten und erst wenn die Sonne weg ist, ordentlich durchzulüften. Stickige Luft ist ein häufiger Grund für nächtliches Schwitzen und schlechten Schlaf.

Zu viel Alkohol, zu fettiges Essen und zu viel Stress

Aber auch Alkohol und Zigaretten sowie der Konsum von anderen Drogen sorgen für eine erhöhte Schweißproduktion in der Nacht. Dazu zählt auch die Einnahme von Medikamenten wie beispielsweise Antidepressiva, Hormonpräparate und Betablocker. Zu scharf gewürztes und zu fettiges Essen, vor allem am Abend, können ein weiterer Grund für eine übermäßige Schweißbildung während des Schlafs sein.

Die menschliche Psyche sollte man dabei auch nicht vergessen. Nächtliche Schwitzattacken sind häufig auf Stress zurückzuführen. Unser Gehirn verarbeitet nachts die Eindrücke des Tages und so kann es bei zu viel Stress, Ängste und Sorgen zu Alpträumen und Schlafstörungen kommen und nicht selten wacht man mitten in der Nacht schweißgebadet auf. Empfehlungen lassen sich wie häufig leicht aussprechen, aber die Umsetzung ist erst der schwierige Teil. Dennoch sollten Sie zunächst folgende Ratschläge beachten, bevor Sie sich selbst verrückt machen, wenn Sie nachts häufig und stark schwitzen:

  1. Vermeiden Sie den übermäßigen Verzehr von Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee, Zigaretten etc.
  2. Versuchen Sie fette und scharfe Kost vor dem Schlafgehen zu vermeiden. Scharfes Essen fördert unmittelbar die Schweißproduktion und zu viel Fett im Abendessen muss während des Schlafs mühsam verdaut werden.
  3. Achten Sie darauf, dass Sie in einem gutgelüfteten Raum schlafen und die Heizung nachts abschalten. Lassen Sie lieber das Fenster gekippt. Zu kalt sollte Ihr Schlafzimmer allerdings auch nicht sein, da sonst der gegenteilige Effekt entstehen kann.
  4. Hier wird es wahrscheinlich am kompliziertesten: Stress lässt sich nur bedingt vermeiden, denn wir sind ihm täglich in Beruf und Alltag ausgesetzt. Einfache Lösungen gibt es hier meistens nicht, aber es gibt Punkte, an denen man ansetzen kann. Um so gut wie möglich nachts abschalten zu können, hat sich bei vielen das Einlegen einer Ruhephase vor dem Schlafengehen empfohlen. Lesen Sie ein entspannendes Buch, keine Thriller, oder hören Sie entspannende Musik oder lauschen Sie einem Hörbuch.

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Nächtliche Hyperhidrose und die möglichen Ursachen

Im medizinischen Sinne spricht man von Nachtschweiß oder nächtlicher Hyperhidrose, wenn man in seinem Schlaf über einen längeren Zeitraum, meist von mehr als vier Wochen, übermäßig schwitzt, was sich zum Beispiel an einem durchnässten Bettlaken oder Schlafanzug bemerkbar macht. Dabei unterscheiden sich nächtliche Schwitzattacken vom Schwitzen am Tag dahingehend, dass nachts meist überall am ganzen Körper Schweiß abgesondert wird, während es sich tagsüber vor allem auf Achseln, Handflächen und Stirn beschränkt. Wie bereits erwähnt, oft sind die Ursachen ganz harmlos und relativ einfach zu beheben. Wenn die genannten Maßnahmen allerdings nicht helfen und das Problem weiterhin besteht, dann sollte man zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen und sich durchchecken lassen. Denn die Bandbreite an möglichen medizinischen Ursachen ist vielfältig.

  1. Hormonelle Schwankungen können eine Ursache sein, warum der Körper nachts mit einer erhöhten Schweißproduktion reagiert. Nicht selten tritt das bei Frauen in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auf. Es können aber auch Anzeichen von Diabetes mellitus (Zucker) sein, wobei das nächtliche Schwitzen auf Unterzuckerung (Hypoglykamie) zurückgeführt werden kann.
  2. Des Weiteren kann ein Grippevirus oder eine Herzinnenhautentzündung die Ursache sein, sodass man bei Fieber, Schmerzen und Gewichtsverlust unbedingt einen Arzt aufsuchen sollte.
  3. Chronische Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, AIDS, Malaria oder Osteomyelitis können ein weiterer Grund sein.
  4. Nachtschwitzen könnte aber auch ein Anzeichen von einem Tumor und/ oder einer Krebserkrankung sein.

Was tun?

Dies können mögliche Gründe sein, daher sollte man das Problem nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn es sich länger als vier Wochen hartnäckig hält. In ganz seltenen Fällen lassen sich auch keine eindeutigen Ursachen finden, warum die Schweißdrüsen überaktiv sind, was dann als idiopathischer Nachtschweiß bezeichnet wird. Ganz gleich welche Ursache vorliegt, man sollte das Problem ernsthaft angehen, auch wenn es „lediglich“ stress- oder ernährungsbedingt ist. Man sollte hier die Warnzeichen seines Körpers nicht überhören. Es ist aber auch kein Grund, um in Panik zu verfallen, sondern um sich den Rat eines Fachmanns einzuholen und seine Lebensgewohnheiten ein bisschen zu ändern.