Schweißflecken auf PolstermöbelnImmer wieder erreichen uns Fragen, wie sich Schweißflecken auf Kleidung und Möbeln entfernen oder zumindest vermeiden lassen. Gern geben wir hierzu eine Antwort, die wir aber wegen des Umfangs auf zwei Blogposts verteilen müssen. Das Thema heute sind Schweißflecken auf Polstermöbeln. Hierzu verraten wir einige Tricks und Hausmittel.

Polstermöbel können durch regelmäßigen Kontakt mit Haut und Haaren schnell Flecken bekommen und früher altern. Es bilden sich ranzige Stellen zum Beispiel auf Armlehnen, Lenkrädern oder Sitzmöbeln. Je nach Bezug sind Polstermöbel mehr oder weniger gut vor Schweißflecken geschützt und bieten deshalb auch unterschiedliche Möglichkeiten für die Reinigung. Viele Bezüge aus Baumwolle und Leinen können komplett entfernt und mit Waschmaschinen gewaschen werden. Hartnäckige Flecken sollten vor der Wäsche gezielt behandelt werden (siehe unten). Bitte achten Sie aber darauf, dass die Mittel den Bezug nicht bleichen und verfärben. 

Bei festen Bezügen, die sich nicht abnehmen lassen, tupfen Sie mit einem weißen, fusselfreien Tuch farblosen Essig auf den Schweißfleck. Alternativ funktioniert auch eine Tinktur aus Essig-Essenz und Wasser; gemischt im Verhältnis 1:4. Anschließend den Essig in den Fleck einziehen lassen für einige Minuten. Danach mit Wasser und einem feuchten Lappen reinigen. Sollte der Fleck nach dem Trocknen noch sichtbar sein, müsste die Anwendung wiederholt werden. Bei festen Bezügen aus weißen Stoffen ist die Behandlung mit Backpulver und Mineralwasser besser geeignet, weil sie die Textilien leicht aufhellt. Aber Sie sollten die Farbechtheit an einer weniger sichtbaren Stelle prüfen. Dazu das Backpulver auf dem Stoff verteilen und mit Mineralwasser befeuchten. Nun dürfte die Mischung leicht aufschäumen. Dann mit einem Finger den Schaum in den Bezug tupfen und einziehen lassen. Nach einigen Minuten mit Wasser reinigen und trocknen lassen. Bei Bedarf wiederholen.

Schwieriger sind Schweißflecken auf Ledermöbeln. Denn der Kontakt mit feuchter, verschwitzter Haut und mehr oder weniger fettigen Haaren beschleunigt den Alterungsprozess von Leder. Es bilden sich dunkle, speckige Flecken auf dem Lederbezug. Nach einiger Zeit entstehen schließlich Risse, die nach und nach immer größer und tiefer werden. Spätestens wenn der Füllstoff sichtbar wird, ist das ein Fall für den Polsterer, der das Leder komplett austauschen und erneuern muss. 

Warum sind die ansonsten robusteren Ledermöbel bei Schweiß und Fett überfordert? Zum einen enthält der feuchte Schweiß der Haut viel Salz, das das Leder austrocknet. Zum anderen sind die Haare auf der Haut immer etwas fettig – mal mehr, mal weniger. Dieses Fett lagert sich zum Teil auf dem Leder ab und verdirbt dort. Fachleute sprechen hierbei von „Oxidation“. Dieser Prozess wird von den Gerbstoffen des Leders selbst verlangsamt. Aber dadurch verlieren die Gerbstoffe immer mehr ihre ursprüngliche Wirkung als Schutz für die Tierhaut. Auf diese Wiese verdirbt das Leder schneller. Zusätzlich kann der individuelle ph-Wert des Schweißes den Verfall von Polstermöbeln beschleunigen. 

Regelmäßige Pflege des Leders macht die Oberfläche widerstandsfähiger gegen Schweißflecken und Alterungsprozesse. Spezielle Pflegeprodukte erhalten die Farben und unterstützen die Schutzfunktion der Gerbstoffe. 

Um die Ledermöbel vor Schweiß und Körpersalzen zu schützen, bieten sich außerdem hochwirksame Antitranspirante an. Sie lassen sich gezielt an Beinen, Armen und Rücken anwenden und minimieren dauerhaft die Schweißbildung. Das ist angenehm und viel schöner als Ledermöbel zum Beispiel mit Schutzbezügen und Tüchern zu verdecken, um sie vor Schweiß zu schützen.